Dresscode Beerdigung

Es ist nie schön, wenn Menschen sterben, besonders, wenn sie einem nahe stehen. Es mag ein lieber Verwandter sein, oder ein guter Bekannter, der traurige Anlass bleibt bestehen. Auf der Beerdigung wird dem Verstorbenen die letzte Ehre erwiesen, indem er mit Würde und Respekt auf dem letzten Weg in seine irdische Ruhestätte begleitet wird. Die Wertschätzung des geliebten oder geachteten Menschen drückt sich auf der Beerdigung in einer schlichten Trauerkleidung aus.

Im westlichen Kulturkreis ist es üblich, dass die Trauerfeier und der Gang zum Grabe ruhig vonstattengehen. Die Musik ist ernst und feierlich. Laute Worte, Hundegebell oder herumspringende Kinder sind bei diesem Anlass fehl am Platz. Selbstverständlich gibt es aber auch Ausnahmen. Hat sich der Verstorbene eine fröhliche Beerdigung gewünscht, sollte diesem Wunsch Folge geleistet werden. Es darf dann die Lieblinsmusik des Toten gespielt werden und auch die Kleidung ist in diesem Fall bunt und lebhaft.

Dresscodes für die Beerdigung

Bei uns ist die Farbe der Trauer Schwarz. Daher wird zumindest von den engsten Verwandten des Verstorbenen erwartet, dass sie sich zur Beerdigung in schwarze Kleidung hüllen.

Dresscode BeerdigungDer Herr trägt einen schwarzen Anzug und die Dame wählt zwischen dem schwarzen Kleid, einem schwarzen Kostüm oder einem schwarzen Hosenanzug. Kinder erscheinen in kindgerechter Kleidung aber in gedeckten Farben ohne lustige Aufdrucke oder Muster.

Da die Beisetzung zu Ehren des Toten stattfindet, ist die Kleidung aller Teilnehmer schlicht und unauffällig. Es sollte niemand versuchen, sich durch ausgefallene Kleidungsstücke, ein schrilles Make-up oder aufsehenerregenden Schmuck in Szene setzen. Die eigenen Belange spielen zu diesem traurigen Anlass keine Rolle. Um dem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen, wird auf Kleidervorlieben verzichtet.

Wer sich für eine Kopfbedeckung entscheidet, muss auch hier auf Einfachheit achten. Schlichte Hüte für Herren oder Damen oder ein elegantes, einfarbiges, schwarzes Kopftuch für die Dame sind erlaubt. Mützen und Kappen haben beim Begräbnis nichts zu verloren. Übrigens nimmt der Herr während der Trauerzeremonie seinen Hut ab. Die Dame lässt ihn auf.

Wer keinen schwarzen Anzug hat, kann sich stattdessen für eine andere, dunkle Farbe entscheiden. Dunkelblau, Dunkelgrau oder Dunkelbraun können bei der Trauerfeier ebenfalls getragen werden. Auch gegen ein dezentes Muster gibt es keine Einwände. Auffällige schrille Farben, wie Gelb, Orange, Rot, Hellblau oder Pink sind jedoch absolut tabu. Und auch das sommerliche Blumenkleid, das groß karierte Jackett oder die Glitterhose bleiben bei einer Beerdigung besser im Schrank.

Selbst bei warmem Sommerwetter sind lange Ärmel und lange Hosen angesagt. Es wird möglichst wenig nackte Haut gezeigt. Das heißt, auch die Dame verzichtet nicht auf die Feinstrumpfhose und wenn sie ein ärmelloses Kleid trägt, bedeckt sie ihre Arme mit einer Jacke oder Stola. Statt der üblichen, dunklen Trauerkleidung kann auch das Tragen einer Uniform angebracht sein. War der Verstorbene selbst Uniformträger, erscheinen seine Arbeits- oder Vereinskollegen in der Regel in Uniform zum Begräbnis.

Dresscode Beerdigung für Damen

Hat der Verstorbene zu Lebzeiten schon an seine Beerdigung gedacht und Vorlieben geäußert, sollten sich die Hinterbliebenen daran halten. Das kann heißen, dass für die Trauerfeier nicht die übliche Kleiderordnung gilt, sondern auf Wunsch des Toten ein buntes Outfit angesagt ist. Das ist jedoch die Ausnahme und sollte in der Traueranzeige und auf der Trauerkarte vermerkt sein.

Ist das nicht der Fall, entscheidet sich die Dame zwischen einem schlichten schwarzen oder dunkelgrauen Kleid mit Jäckchen, einem dunklen, einfachen Kostüm oder einem dezenten, Hosenanzug in Anthrazit oder Dunkelblau. Beim Rock werden die Beine in ungemusterte Feinstrumpfhosen gehüllt. Unter der Kostüm- oder Hosenanzugjacke trägt die Dame eine einfarbige, unauffällige Bluse. Die Schuhe und die Handtasche werden farblich passend gewählt.

Da bei einer Bestattung oftmals längeres Gehen oder Stehen angesagt ist, sollten die Absätze nicht zu hoch ausfallen. Bei Regen wird der schwarze Regenschirm einem dunklen Regenmantel vorgezogen. Ein grell gelbes Regencape ist nicht angebracht. Die Frisur sollte windfest und einfach sein. Unauffälliger Schmuck darf, muss aber nicht angelegt werden.

Dresscode Beerdigung für Damen - Beispiele:

  • Schwarzes, ärmelloses Kleid, schwarze oder hautfarbene Feinstrumpfhose, schwarze Pumps und schwarzes Jäckchen
  • Dunkelblauer Hosenanzug mit weißer Bluse und dunkelblauen Ballerinas
  • Einfarbiges, dunkelgraues Kostüm, hellgraue, hochgeschlossene Bluse, hautfarbene Feinstrumpfhose, dunkelgraue oder schwarze Pumps
  • Schwarzes Tuch, das über die Schultern und/oder über den Kopf gelegt werden kann oder einfacher, schwarzer Hut.
  • Einfarbiger Mantel in dunklem Farbton

No Go's: Minirock, Minikleid, Hotpants, durchsichtige Bluse, Fransen-T-Shirt, bedrucktes T-Shirt, Glitzerrock, Jeanshose mit modischen Löchern oder Verwaschungen, Lederhose, weit ausgeschnittenes Dekolleté, Trägertop, gemustertes Kleid, Netzstrümpfe, hochhackige Schuhe, auffälliger Schmuck, schrilles Make-up, bunte Accessoires wie beispielsweise farbige Tasche, gemusterter Regenschirm, greller Haarschmuck, ins Auge stechender Schmuck oder eine ausgefallene Sonnenbrille.

Dresscode Beerdigung für Herren

Selbstverständlich muss sich auch der Herr bei der Trauerfeier an die Wünsche des Verstorbenen halten. Ist auf der Trauerkarte ein bestimmter Dresscode vermerkt, sollte er dieser Vorgabe nachkommen. Werden keine Angaben gemacht, empfiehlt sich ein schlichter, schwarzer Anzug in Kombination mit einem weißen Hemd, einer schwarzen Krawatte, schwarzen Socken und schwarzen Schnürschuhen.

Wer kein Anzugträger ist, kann alternativ auf eine einfarbige, dunkelgraue oder dunkelblaue Stoffhose zurückgreifen. Dazu wird ein ungemustertes Hemd getragen und eine dunkle Jacke, die zur Hose passt. Bei Tieftemperaturen sollte ein schwarzer, dunkelgrauer oder zur Not auch ein dunkelblauer oder dunkelbrauner Mantel griffbereit sein. Auch der Herr zieht den schwarzen, einfarbigen Regenschirm dem dunklen Regenmantel vor. Der Ostfriesennerz muss auch bei schlechtem Wetter im Schrank bleiben.

Als Kopfbedeckung darf (muss aber nicht) ein einfacher, schwarzer Hut gewählt werden. Wer einen Vereinskameraden auf seinem letzten Weg begleitet, darf in der Vereinskleidung/-Uniform erscheinen.

Dresscode Beerdigung für Herren - Beispiele:

  1. Schwarzer Anzug mit weißem Hemd, schwarzer Krawatte, schwarzen Herrensocken und schwarzen Schnürschuhen.
  2. Schwarze Stoffhose mit einfarbigem, dezentem Hemd und schwarzer oder dunkelgrauer Jacke. Dazu passen dunkelgraue oder schwarze Halbschuhe.
  3. Schwarzer, anthrazitfarbener, dunkelblauer oder dunkelbrauner Mantel und einfacher, farblich passender Hut.
  4. Schwarzer Herrenschirm und kleine, schwarze Herrentasche.
  5. Uniform oder auch Trauertracht

Fauxpas: Anzug in heller oder greller Farbe oder mit Muster, schrilles Hemd, Hawaiihemd, gemusterte Jacke, farbiger Mantel, Sandalen, Flip Flops, Cowboystiefel oder Turnschuhe, kurze Hose, T-Shirt mit langen oder kurzen Ärmeln, ausgefranste Jeans, Lederklamotten, Top, Socken mit Bild oder Aufdruck.

Tipps für diesen Dresscode

  • Um den Ablauf der Trauerzeremonie nicht durch lautes Weinen zu stören, sollten Kleinkinder, wenn möglich, zuhause bleiben. Lässt sich die Teilnahme an der Beerdigung nicht vermeiden, müssen die Kleinen keinen Anzug tragen. Ihre Kleidung sollte kindgerecht sein, allerdings nicht in schrillen Modefarben.
  • Wer die Trauerfeier eines Verstorbenen anderer Religionszugehörigkeit besuchen möchte, sollte sich vorher über die entsprechende Kleiderordnung informieren. So tragen im Islam die Männer meist schwarze oder dunkle Farben. Die Damen kleiden sich, wenn sie an der Beisetzung teilnehmen dürfen, entweder auch dunkel und dezent oder weiß. Das kommt auf den Brauch des jeweiligen Landes an. Im Hinduismus ist die Trauerfarbe Weiß. In den meisten Ländern ist es üblich, zur Beerdigung eine Kopfbedeckung aufzusetzen.
  • In einigen Gotteshäusern ist es Pflicht beim Betreten die Schuhe auszuziehen. Daher sollten die Socken immer ordentlich, sauber und farblich passend gewählt werden.
  • Wer keine farblich passenden Accessoires besitzt, verzichtet besser auf Tasche, Kopftuch oder Schal.
  • Eventuell ist es ratsam, sich extra für das Begräbnis ein neues Paar schwarzer, bequemer aber ordentlicher Schuhe zu kaufen, denn gerade bei der Bestattung müssen oft längere Wege zu Fuß zurückgelegt werden.